Beteiligung der Gemeinde Obersontheim am Klärschlammentsorgungs- und Biomassekraftwerksprojekt der Stadtwerke Crailsheim
Ja zum Klärschlammentsorgungsprojekt
Ab dem 01. Juni 2005 ist in Deutschland die Deponierung unbehandelter, organischer, biologisch abbaubarer Siedlungsabfälle nicht mehr zulässig. Die Stadtwerke Crailsheim GmbH hatte bereits Anfang des Jahres interessierten Gemeinden angeboten, sich aktiv an der Realisierung eines regionalen Entsorgungskonzepts für Klärschlamm im Rahmen einer GmbH als Gesellschafter zu beteiligen. Spontan hatten 26 Gemeinden aus dem Altkreis Crailsheim und dem angrenzenden bayrischen Raum ihr Interesse signalisiert. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kombination aus Biomassekraftwerk zur Verbrennung von unbelasteten Holzabfällen und der thermischen Behandlung von kommunalen Klärschlämmen aus der Region, mit dem Ziel, umweltfreundlichen Strom aus Biomasse und Klärschlamm zu erzeugen. Der Gemeinderat beschloss nun einstimmig, sich mit 40.000 € an den Gesellschaft der Stadtwerke und der Kommunen zu beteiligen. Bereits im Juli soll die erste Gesellschafterversammlung stattfinden. Die Anlage soll in der zweiten Jahreshälfte 2007 in Betrieb gehen. Bezüglich der Standortfrage haben die Stadtwerke Crailsheim mit einer Gemeinde entlang der Achse A6/A7 konkrete Gespräche aufgenommen.
Vorstellung der Studie zur errichtung eines Biomassekraftwerkes bzw. einer Holzverstromung mit Bau eines Nahwärmenetzes im Bereich Gewerrbegebiet "Häcker"/"Gemeinsames Gewerbegebiet Oberes Bühlertal"
Untersuchung Biogaskraftwerk vorgestellt
Bereits bei der Klausurtagung im November stand das Thema „Energiepolitik“ auf der Tagesordnung des neuen Gemeinderates. Als Fazit war damals angeregt worden, die verschiedenen Möglichkeiten mit einem Fachmann zu erörtern. Führend auf dem Gebiet der alternativen Energieversorgung ist das Ingenieurbüro Schuler (IBS) in Bietigheim-Bissingen, das deshalb mit der Erstellung eines Konzepts beauftragt worden war. Neben der reinen Biogasanlage waren auch die Möglichkeiten der Holzfeuerung und der Holzverstromung untersucht worden. Die Ergebnisse wurden in der letzten Sitzung dem Gemeinderat vorgestellt.
Mais, Gras und Getreidekorn von teilweise stillgelegten Äckern sowie Gülle wären Rohstoff für das Biomassekraftwerk. Das in einem geschlossenen System entstehende Biogas würde zu Strom (würde ins öffentliche Netz eingespeist) und Wärme (für ein Blockheizkraftwerk) umgewandelt. Als Wärmeabnehmer käme evtl. die Firma Kärcher in Betracht. Mit dem Energieverkauf der Anlage könnte von den Betreibern ein jährlicher Überschuss von 64.000 € erzielt werden. Die Investitionskosten von 1,9 Mio € würden sich laut Ing.büro IBS innerhalb von 9 Jahren amortisieren. 13 Landwirte aus der Gemeinde wären an einer solchen Anlage interessiert und würden insgesamt 200 Hektar Flächen hierfür zur Verfügung stellen.
Nach den Schwierigkeiten mit der Kompostieranlage herrschte im Gemeinderat Einigkeit: auch nur geringste Geruchsemmissionen würden das sofortige Aus für Planungen einer solchen Anlage bedeuten. Sollte die Idee weiterverfolgt werden, müsste in jedem Fall eine Besichtigung von bereits vorhandenen Anlagen erfolgen.
Die beiden anderen Alternativen wären vor allem für Waldbesitzer interessant:
Bei der Holzfeuerungsanlage würde naturbelassenes Holz verwendet, dass anderweitig nicht vermarktet werden kann (Käferholz etc.). Diese Anlage scheidet jedoch aus, da sie nicht rentabel betrieben werden kann.
Bei der Holzverstromung wird mittels der entstehenden Wärme ein Stirlingmotor bewegt, der einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Diese Anlage würde laut Untersuchung gerade kostendeckend arbeiten.
Bürgermeister Trittner bedankte sich abschließend beim Ing.Büro Schuler für den interessanten Vortrag, der auf jeden Fall Denkanstöße geliefert habe.